
Woyzeck
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Produktion: Zimmertheater Rottweil
Jahr: 2015
Regie: Peter Staatsmann
Ort: Zimmertheater Rottweil
Rolle: Marie
Mit: Robert Baranowski, Andreas Ricci, Isabell Gross de García
«Woyzeck« war revolutionär. Mit diesem Werk, machte der 23jährige Büchner 1837 erstmals eine am untersten Rand der Gesellschaft stehende Figur zum Zentrum eines Theaterstücks. Und, wie er notierte, «die erbärmliche Wirklichkeit» zum Gegenstand der Poesie.
Woyzeck verdingt sich als Offiziersbursche, wird drangsaliert, muss sich gar für medizinische Experimente verkaufen. Er liebt Marie, mit der er ein Kind hat, der er aber nichts bieten kann. Als sie sich mit Woyzecks Hauptmann einlässt und er das letzte verliert, was ihm im Leben blieb, zerbricht er und bringt sie um.
Der Stoff ist authentisch. Der historische Woyzeck wurde 1824 in Leipzig enthauptet. Strittig war, ob er zurechnungs- und damit straffähig war – die psychiatrischen Gutachten dienten Büchner als zentrale Quellen. Obwohl das Stück nur als Fragment mit konkurrierenden Varianten vorliegt, ist «Woyzeck» seit der Uraufführung 1913 das Paradestück des sozialkritischen Dramas – ein Fanal, das zu Empathie mit einem geschundenen Menschen aufruft, den die Umstände zum Mörder machten.